Wenn die alte Ölheizung weicht und eine Wärmepumpe kommt, stehen Hausbesitzer plötzlich vor einer Frage, die kaum jemand vorher bedacht hat: Wer entsorgt eigentlich die ausgebaute Anlage? Und vor allem: rechtskonform?
Das ist nicht trivial. Eine alte Ölheizung ist Sondermüll, ein Heizkörper ist Schrott, ein Öltank kann beides sein — je nachdem ob er gereinigt ist oder nicht. Hier die Übersicht für Eigentümer in Nordrhein-Westfalen.
Was zu einer alten Heizungsanlage gehört
Wenn ein kompletter Heizkessel raus muss, kommen meistens diese Komponenten zusammen:
- Heizkessel (Öl, Gas oder Festbrennstoff)
- Brenner
- Pumpen und Steuerung
- Ausdehnungsgefäß
- Heizkörper (oft im selben Zug ersetzt)
- Rohrleitungen
- Öltank (bei Ölheizung) — oder Gasleitung
- Schornsteinaufsatz (manchmal)
Das sind unterschiedliche Materialien, die unterschiedlich entsorgt werden müssen.
Was der Heizungsbauer mitnimmt
In der Regel übernimmt der Heizungs-Fachbetrieb die Entsorgung der Anlage gegen Aufpreis. Üblich sind 150 bis 500 Euro für eine normale Einfamilienhaus-Heizung — je nachdem, wie viel Aufwand für Demontage und Abtransport entsteht.
Vorteil: ein Ansprechpartner, ein Termin, alles aus einer Hand.
Nachteil: Der Wert des Materials (vor allem Kupfer aus den Leitungen und Stahl aus dem Kessel und Heizkörpern) wird in der Regel nicht angerechnet. Der Heizungsbauer berechnet die Entsorgung als Position auf der Rechnung — was er später für das Material bekommt, geht in seine Marge.
Die Alternative: Schrottverwertung getrennt
Wer den Materialwert mitnehmen will, lässt den Heizungsbauer nur die Demontage machen und vereinbart die Verwertung mit einem Schrotthandel separat.
Was sich gut verwerten lässt
- Heizkörper aus Guss oder Stahl: meist 5–20 kg pro Stück, niedriger Kilo-Preis, aber Volumen
- Stahlheizkessel: 80–200 kg Stahl, normaler Eisenschrott-Preis
- Gusseiserne Kessel: ähnlich, etwas wertvoller wegen Reinheit
- Kupferleitungen: höchster Wertanteil — 10–30 kg in einem typischen Haus
- Boiler und Ausdehnungsgefäße: Stahl, oft mit Kupfer-Innenleben
- Pumpen und Elektromotoren: Kupferwicklung gibt zusätzlichen Wert
Bei einem normalen Einfamilienhaus-Wechsel kann der Schrotterlös 200–500 Euro ausmachen — je nach Anlage und Tagespreis.
Was Sondermüll ist
- Öltank-Reste: Restöl, Schlamm, Filter — gefährlicher Abfall (AVV-Schlüssel 13 07)
- Brennerteile mit Verbrennungsrückständen
- Dichtungen mit Asbest (in Anlagen vor ca. 1990 möglich)
- Quecksilber-Thermostate (in sehr alten Anlagen)
Sondermüll niemals dem Schrotthandel geben — das kostet alle Beteiligten Strafgeld. Die ordnungsgemäße Entsorgung läuft über einen zertifizierten Entsorger oder den kommunalen Schadstoffhof.
Öltank: das Kapitel für sich
Ein Öltank darf erst dann als Schrott gelten, wenn er vollständig gereinigt ist. “Vollständig” heißt:
- Kein flüssiges Öl mehr drin
- Kein Schlamm am Boden
- Innen mit speziellem Reinigungsmittel ausgewaschen
- Reinigungsprotokoll vom Fachbetrieb vorhanden
Erst danach kann der Tank durch ein Mannloch zerlegt und als Stahlschrott verwertet werden. Ein nicht-gereinigter Tank ist Sondermüll, kein Schrott.
Die Reinigung selbst kostet 300–600 Euro durch einen anerkannten Tankbetrieb. Der Materialwert des leeren Stahltanks (typisch 200–500 Liter Volumen = 80–200 kg Stahl) ist deutlich niedriger als die Reinigungskosten — die Tank-Demontage ist also netto immer ein Kostenpunkt, nie ein Gewinn.
Entsorgungsnachweis: wann Pflicht?
Das Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) verlangt für viele Abfälle einen Nachweis über die ordnungsgemäße Entsorgung. Bei einer Heizungsmodernisierung relevant:
- Öltank-Reinigung: Reinigungs- und Entsorgungsprotokoll wird vom Tankbetrieb erstellt → unbedingt aufbewahren, für 10 Jahre
- Asbest-haltige Bauteile: zwingend mit Begleitschein zum Entsorger
- Normaler Heizungsschrott: kein zwingender Nachweis nötig, aber auf Wunsch ausstellbar
Wir stellen auf Anfrage Entsorgungsnachweise nach KrWG aus — empfehlenswert vor allem bei gewerblichen Eigentümern oder größeren Anlagen, weil die Dokumentation bei Audits oder Verkauf der Immobilie verlangt werden kann.
Förderung: nicht vergessen!
Wer eine alte Ölheizung gegen eine moderne Anlage tauscht, kann über die BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) oder das BEG (Bundesförderung für effiziente Gebäude) erhebliche Zuschüsse bekommen. Die Demontage der alten Anlage ist Teil der förderfähigen Kosten — Sie können also den Rechnungsbetrag von Heizungsbauer + Schrott-Verwertung mit einreichen.
Wichtig: die Belege sauber sammeln. Wer im Eifer der Sanierung die Rechnungen verliert, verliert auch die Förderung.
Praktischer Ablauf einer Heizungs-Verwertung
Eine typische Verwertung läuft so:
- Heizungsbauer baut aus, stellt Teile bereit (oft in Garage oder Hof)
- Anruf bei uns — Adresse, ungefähre Mengen, Zeitfenster
- Wir holen ab — meist binnen 24–48 Stunden
- Wiegung vor Ort auf geeichter Waage
- Auszahlung in bar oder per Überweisung, auf Wunsch mit Quittung und Entsorgungsnachweis
Wichtig: Stimmen Sie sich vorher mit dem Heizungsbauer ab. Manche Betriebe wollen das alte Material aus eigenen Gründen behalten (Schrottmarge in der Kalkulation). Klären Sie das schriftlich vor Auftragserteilung — sonst gibt es Diskussionen am Sanierungstag.
Fazit
Eine alte Heizung ist mehr als nur Sperrmüll. Bei einer modernen Heizungssanierung in Nordrhein-Westfalen lassen sich durch saubere Trennung von Sondermüll (Öl, Schlamm, Asbest) und wertvollem Metall (Kessel, Heizkörper, Kupferleitungen) leicht ein paar hundert Euro mitnehmen und gleichzeitig sicherstellen, dass alles rechtskonform entsorgt wird.
Wir verwerten Heizungsanlagen in ganz NRW. Anfrage per WhatsApp, Anruf oder Kontaktformular — mit Foto des Bestands geht es noch schneller.