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Materialkunde

Altmetall richtig sortieren: Welches Metall ist welches?

Wer Altmetall sortiert anliefert, bekommt einen besseren Preis. Praktischer Leitfaden, wie Sie Kupfer, Messing, Aluminium, Edelstahl und Eisen sicher unterscheiden — mit einfachen Tests für zu Hause.

6 Min. Lesezeit
Sortierte Stapel von Altmetall im Schrotthandel

Wer einen Sack Altmetall abgibt, bekommt einen Preis. Wer denselben Sack vorsortiert abgibt, bekommt oft 30 bis 50 % mehr. Der Grund: Schrottverarbeiter zahlen für sortenreines Material deutlich besser, weil sie es ohne weiteren Sortieraufwand direkt verwerten können.

Dieser Leitfaden zeigt, wie Sie die fünf wichtigsten Metalle ohne Speziallabor zuverlässig unterscheiden — mit einfachen Tests, die jeder zu Hause machen kann.

Die fünf wichtigsten Gruppen

In jedem Haushalt und jeder Werkstatt finden sich grundsätzlich fünf Metallarten:

  1. Kupfer — orange-rot, weich
  2. Messing — gelbgolden, deutlich härter
  3. Aluminium — silbrig, sehr leicht
  4. Edelstahl — silbrig, glänzend, magnetisch nur teilweise
  5. Eisen / Stahl — grau, magnetisch, oft mit Rost

Wer diese fünf sicher auseinanderhalten kann, hat 95 % aller Altmetalle in einem Haushalt schon im Griff.

Test 1: Der Magnet

Der wichtigste Sortier-Hilfsmittel ist ein starker Magnet — am besten ein Neodym-Magnet aus dem Baumarkt für 2–3 Euro.

  • Magnet haftet stark → Eisen oder Stahl
  • Magnet haftet leicht oder gar nicht → Kupfer, Messing, Aluminium, hochwertiger Edelstahl (V2A/V4A)

Das ist der schnellste erste Filter. Alles, was magnetisch ist, kommt in einen Stapel (“Eisen”), der Rest wird weiter sortiert.

Achtung Edelstahl-Sonderfall

Manche Edelstahlsorten sind leicht magnetisch (ferritischer Edelstahl, Sortenname V1A oder 1.4016). Hochwertiger Edelstahl V2A (1.4301) und V4A (1.4571) ist nicht magnetisch — und auch deutlich teurer im Ankauf.

Test 2: Die Farbe

Nach dem Magneten geht’s nach der Farbe:

Kupfer

  • Frisch: orange-rot, oft fast lachsfarben
  • Älter / oxidiert: dunkelbraun mit grünlichem Schimmer (Patina, Grünspan)
  • Sehr weich — lässt sich mit dem Fingernagel kratzen
  • Beim Biegen verformt es sich leicht, bricht aber nicht

Klassische Kupfer-Quellen: Stromkabel (innen), Heizungsrohre, Wasserleitungen alter Häuser, Dachrinnen, Transformator-Spulen, Motorenwicklungen, Klima-Kühlschlangen.

Messing

  • Farbe: gelbgolden bis goldorange
  • Härter als Kupfer, klingt heller beim Anschlagen
  • Patina geht ins grünlich-braune

Klassische Quellen: Wasserarmaturen (Hähne, Ventile), Türklinken, alte Möbelbeschläge, Schlüssel, Patronen-Hülsen, Lampenfassungen, Schiffsbeschläge.

Aluminium

  • Farbe: silbrig-weiß, matt
  • Extrem leicht — ein Aluminiumblech wiegt nur etwa ein Drittel eines gleich großen Stahlblechs
  • Weich, lässt sich biegen, aber bricht eher als Stahl
  • Oft mit Lack oder Eloxierung beschichtet

Klassische Quellen: Fensterrahmen, Felgen, Töpfe und Pfannen (nicht-Edelstahl), Leitern, Getränkedosen, Heizkörper-Lamellen, Maschinenteile, Fahrradrahmen.

Edelstahl

  • Farbe: silbrig-glänzend, oft spiegelnd
  • Schwer wie normaler Stahl
  • Rostet nicht (deshalb der Name)
  • Hochwertige Sorten nicht magnetisch (siehe oben)

Klassische Quellen: Küchenspülen, Töpfe (Markenware), medizinische Geräte, Geländer, Edelstahl-Möbel, Tankreste, Lebensmittelindustrie-Bauteile.

Eisen / Stahl

  • Farbe: grau bis schwarz, oft rostig
  • Magnetisch
  • Häufigste Metallart in jedem Haushalt
  • Niedrigster Kilo-Preis, aber große Mengen

Klassische Quellen: Schrauben, Bewehrungsstahl, Rohre, Heizkörper-Rückseiten, Werkzeuge, Stahlträger, Auto-Karosserie, alte Waschmaschinen-Trommeln.

Test 3: Spezialfälle

Zink

  • Bläulich-silber, oft mit weißlicher Korrosion
  • Weicher als Stahl, härter als Blei
  • Hauptquelle: alte Dachrinnen (oft als “Zink” verkauft, ist meist eine Titan-Zink-Legierung)

Blei

  • Sehr schwer — auffallend hohes Gewicht im Verhältnis zur Größe
  • Grau, weich (lässt sich mit dem Fingernagel kratzen)
  • Wird heute kaum noch verbaut, aber in alten Wasserleitungen, Strahlenschutz, Akkus, Angelgewichten zu finden
  • Vorsicht: Blei ist gesundheitsschädlich. Handschuhe tragen, Hände waschen.

Bronze

  • Ähnlich Messing in Farbe, aber meist dunkler und mit rötlichem Ton
  • Härter und schwerer als Messing
  • Quellen: Glocken, Statuen, hochwertige Lager, Schiffsbeschläge

Kabel sortieren

Kabel sind ein Sonderfall. Sie enthalten Kupfer (oder Aluminium), aber außen ist eine Ummantelung aus Kunststoff. Der Schrottwert hängt vom Kupferanteil ab:

  • Dünne Datenkabel: viel Plastik, wenig Kupfer → niedriger Anteil
  • Mittlere Stromkabel (Hausinstallation): ausgeglichener Anteil
  • Dicke Erdkabel oder Industriekabel: hoher Kupferanteil
  • Schmuckkabel mit Goldlitze: oft nur dünner Kupferdraht versilbert

Den Kupferanteil schätzt der Schrotthändler nach Erfahrung. Wer große Mengen hat, kann es lohnen, das Kabel selbst abzuisolieren — aber das ist Arbeit und nur ab größeren Mengen sinnvoll.

Worauf Sie verzichten können

Manche Dinge sehen wie Metall aus, sind aber wertlos:

  • Verzinkter Stahl mit korrodierter Zinkschicht — wird als normaler Eisenschrott bezahlt
  • Bleche mit dickem Lack oder Beschichtung — meist Eisen unter der Beschichtung
  • Kabel mit Aluminium-Draht statt Kupfer — deutlich niedrigerer Wert

Bei Unsicherheit: einfach in einen “Misch”-Stapel legen. Wir sortieren beim Anliefern nach.

Pragmatischer Ratschlag

Sie müssen nicht jedes Stück identifizieren. Wenn Sie:

  • Den Eisen-Stapel vom Rest trennen (mit Magnet)
  • Kupfer-Stücke (rot-orange) separat legen
  • Messing (gelbgolden, Armaturen) zusammenlegen
  • Aluminium (leicht) zusammenstellen

…haben Sie schon den Großteil der Wertschöpfung gemacht. Den Rest sortieren wir vor Ort.

Fazit

Sortieren ist Arbeit, aber sie lohnt sich. Selbst eine halbe Stunde Sortieren kann bei einer mittleren Menge 20–50 Euro mehr bringen. Wer regelmäßig Metall verkauft — Sanitärinstallateur, Elektrobetrieb, Werkstatt — sollte Sortier-Container im Betrieb fest installieren und schon bei der Arbeit trennen.

Bei größeren Mengen oder Unsicherheit kommen wir gerne zur Vor-Ort-Bewertung. Anruf, WhatsApp oder das Kontaktformular.

Themen: Materialkunde Praxis

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